13. Januar 2010

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Malte Wienebüttel

"CO²" - Friedenau am Meer

Cura: Bernhard Nürnberger, Assistenz: Wolfgang Zeyns

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Zwei Grad sind nicht genug

Mit der Installation "CO²" oder "Friedenau am Meer" greift der Künstler Malte Wienebüttel die Menschheitsfrage der Erderwärmung auf. Il faut ètre à son temps. Voilà! Diese Forderung an den Künstler im 20. Jahrhundert überführt Wienebüttel ins Einundzwanzigste und er stellt das, was in unseren Köpfen auf dem Kopf steht, auf die Füße. Wienebüttel durchbricht provokativ den politischen Konsens der ökologischen Korrektheit. Er straft mit seinem Werk die mit langweiligen Weltuntergangsszenarien untermalte Erderwärmungsdebatte Lügen. Er lässt sich nicht auf die müßige Frage, menschengemachte Klimakatatrophe oder natur- bzw. kosmisch bedingte Klimaschwankung ein. Seine Wieder mehr Schnee in Friedenau ist ein Menetekel! Auf der nationalen Ebene heißt das, die "zwei Grad Erderwärmung - mehr nicht"-Politik der Kanzlerin Angela Merkel wollen wir nicht. Wir wollen mehr. Wir wollen alles und zwar sofort. Wir brauchen keine Energiewende, wir brauchen die Energierevolte. Denn:

Zwei Grad Erderwärmung und "Friedenau am Meer" sind nicht vereinbar.

Das sagt uns der Künstler mit seinem Werk. Wienebüttel gibt damit uns Friedenauern den Auftrag, alles dafür zu tun, dass endlich ein Erderwärmungs-Beschleunigungsgesetz auf den Weg gebracht wird.

Wienebüttel ist nicht der Künstler als Warner, wie George Grosz ihn zelebrierte, es ist der Künstler als Seher. Ein Seher antikischen Formats, tritt er uns Arkadien singend gegenüber. Mehr noch, zurück zu den Wurzeln, er erweist sich als ur-echter Cro-Magnon. Er ruft uns, der Betrachterin, dem Betrachter mit seiner Installation und ebenso der Politikerin, dem Politiker zu: Wir sind keine Neandertaler! Der starb bekanntlich aus mit dem Ende der letzten Eiszeit, nicht anpassungsfähig, wie er war. Er war nicht fit für die damalige Klimaveränderung. Unser Ahn, der Cro-Magnon dagegen hatte das Zeug zum savoir survivre. Er erfreute sich an den blühenden Landschaften, die sich alsbald in den eisfreien Zonen ausbreiteten, legte Hand an, gestaltete die meerumfluteteten, verkleinerten Landflächen nach seinen Bedürfnissen. Heute heißt das: Besiedlung der Kare! Schwimmende Städte auf der eisfreien Rundung der Nordkuppe unseres Globus, und eben Friedenau am Meer. Wienebüttel weist uns den Weg zur Agenda der nächsten Klimakonferenz. Ja zum CO². Nachhaltige Stärkung aller Produktionsmittel, die diesen Wertstoff ausstoßen. Ja zur radikalen Klimarevolte. Eine Autobahn nach utopia climatisée.