Ausstellung
Ute Gerdes / Mechthild Weisser / Bernhard Nürnberger
T R I A L O G
Eröffnung: 15.9.10 19h, 16.9.–10.10.10 Di–Fr 15-19 Sa+So 14-18 h
Galerie Verein Berliner Künstler, Schöneberger Ufer 57 10785 Berlin
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Ute Gerdes
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Bernhard Nürnberger
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Mechthild Weisser

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SPRACHLOS
von Malte Wienebüttel Werke von bildenden Künstlern kann man nicht „einfach so“ in einer Ausstellung zusammen zeigen. Sie gehören a priori nicht zusammen. Bildende Künstler sind Einzelgänger. Sie malen, zeichnen, collagieren oder raspeln und feilen allein. Und ohne Worte. Sagt man. Sie gehen ihre eigenen Wege, suchen ihre eigenen Ziele, finden ihre eigenen Lösungen. Anders als das der anderen soll das Ergebnis der Arbeit sein. So soll es sein: Unverwechselbar. Kunstgegenstände stehen gegen einander, ständig. Man muss etwas tun, damit die Werke der drei Künstler hier in der Galerie sich gemeinsam zeigen können, dass es einen Sinn ergibt. Das gilt besonders, da die Werke schon fertig waren, bevor der gemeinsame Auftritt verabredet wurde. Eine Gruppe von Arbeiten gar Teil eines abgeschlossenen Lebenswerkes ist. Die Künstlerin Ute Gerdes ist verstorben. Die künstlerische Suche, das Finden sind definitiv beendet. Anlass des gemeinsamen Ausstellens ist das Anliegen von Mechthild Weisser, dem Werk ihrer Freundin und Kollegin eine ihm gemäße Würdigung zukommen zu lassen. Hommage à Ute Gerdes. Bernhard Nürnberger kommt als Bildhauer dazu. Die
Ausstellung zeigt endgültig Fertiges neben potenziell Unfertigem.
Mechthild Weisser und Bernhard Nürnberger können noch weiter
tun. Theoretisch an jedem Werkstück etwas verändern. Das trennt
sie eher, als dass es sie verbindet mit denen von Ute. Die
Werke selbst können das nicht leisten. Sie sind wie gewöhnliche
Sachen und Gegenstände nicht in der Lage miteinander zu kommu--nizieren.
Sie sind passiv. Sie sind stumm. Trotz ihrer Kunsthaltigkeit. Kunst
ist noch kein Ausstellungskonzept. Eine Gemeinsamkeit muss post festum
erfunden werden. Auf
einer anderen Ebene, nicht auf der Ebene der Dinge, der Kunstdinge.
TRIALOG Das Wort könnte suggerieren, dass die Arbeiten der drei Künstler miteinander sprechen. Was sie ja nicht können. Die Künstler sprechen miteinander, tatsächlich und im Geiste, die Sprache baut Brücken zwischen den drei Beteiligten, öffnet den Blick auf das Andere und das Eigene, öffnet den Verstand. INNEN & AUSSEN Diese Wörter verordnen den Gegenständen in der Ausstellung eine gemeinsame Kategorie. Sie schlagen eine Thematik vor, einen Interpretationsansatz, ein Gesprächsthema für die Betrachter über das, was sie sehen. Die zweite Tat ist die Erfindung einer Anordnung im Raum und an den Wänden der Galerie. Das hierhin, das daneben, das funktioniert, das nicht. Dieser Abstand, diese Nähe, höher, tiefer. Weniger. Raum lassen. Entscheidungen durch Anmutung, Erfahrung, Unausgesprochenes. Die Besucher der Ausstellung können beides, die Begriffe und die Hängung, als Zugänge zu den Werken nehmen, die den einen oder andern Blick öffnen auf die Werke, Bezüge sehen. Ins Gespräch kommen mit einem anderen, oder im Selbstgespräch mit sich über Innenräume, Außenräume, Körper und Oberflächen, In-sich-Gekehrtes und Außer-sich-Sein und so weiter. Ein weites Feld, kein Raum. Es kommt der Punkt, an dem die Begriffe und Kategorien nicht mehr tragen und der Blick zurückkehrt zum bloßen Sehen - wenn es das überhaupt gibt. Dem Kunstgegenstand gegenüber stehen, sprachlos. Dann ist es am besten. Dazu
muss man in die Ausstellung kommen. Zeit mitbringen.
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